Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.
* Marie von Ebner-Eschenbach
27.04.2015

Newsletter 171 - April 2015

Inhalt

Aus dem Landesfrauenrat

  • Fachgespräch und Delegiertenversammlung
  • 29.04.2015 Tag der offenen Tür
  • 05.05.2015 Vortrag: Frauen in der Altersarmutsfalle – politische und gesellschaftliche Lösungsansätze
  • 06.05.2015 Diskussion: Ein Paritégesetz für Sachsen-Anhalt – die nächsten Schritte

Land Sachsen-Anhalt

  • Landtag von Sachsen-Anhalt: Stand der Realisierung der Erhöhung des Frauenanteils in gehobenen Funktionen
  • Ausschreibung Ideenwettbewerb “AGG Unterstützungsangebote und -maßnahmen”

Deutschland

  • Betreuungsgeld in Karlsruhe: Juristinnenbund bezweifelt Verfassungsmäßigkeit
  • dji: Der Einfluss des Betreuungsgeldes auf die Betreuungsentscheidung von Eltern
  • DESTATIS: Statistik zum Betreuungsgeld
  • BMFSFJ: Zwei Jahre Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
  • Dienstliche Beurteilungen benachteiligen häufig Frauen
  • Aufruf: 1. Mai – Tag der unsichtbaren Arbeit!
  • IAQ Report: Arbeitszeiten von Männern und Frauen – alles wie gehabt?
  • Frauen fallen bei der Arbeitszeit zurück
  • djb begrüßt weitergehende Selbstverpflichtung: fifty-fifty bei Karriere und Familie

Termine

Aus dem Landesfrauenrat

Fachgespräch und Delegiertenversammlung
Am 28. März 2015 fand die Delegiertenversammlung des Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt statt. Gemeinsam mit den Delegierten aus den Mitgliedsorganisationen wurden das Jahr 2014 ausgewertet. Die stellvertretende Vorsitzende, Cornelia Lüddemann, stellte den Arbeitsbericht 2014 vor und berichtete über die Umsetzung der Beschlüsse, welche die Delegiertenversammlung 2014 gefasst hat. Im Bezug auf den Beschluss zur flächendeckenden tariflichen Entlohnung von Frauen- und Gewaltschutzprojekten trug die intensive Arbeit des Landesfrauenrates zur Erhöhung der Haushaltsansätze 2015/2016 bei. Die Beschlüsse „Gender Budgeting“ und „Paritégesetz“ werden auch 2015 auf der Agenda des Vorstandes stehen. mehr…

29.04.2015 Tag der offenen Tür beim Landesfrauenrat
An unserem Tag der offenen Tür wollen wir in diesem Jahr der Frage nachgehen, welche Potenziale Frauenverbände haben, wie sie von Frauen z.B. zur Karriereförderung genutzt werden und welche Motive Frauen haben, sich in einem Frauenverband zu engagieren. Wenn Sie bei Kaffee und Kuchen mit uns diskutieren möchten, dann kommen Sie doch einfach vorbei.
Zeit: 14.00 – 16.30 Uhr
Einladung

05.05.2015 Vortrag: Frauen in der Altersarmutsfalle – politische und gesellschaftliche Lösungsansätze
Die Europawoche diskutiert aktuelle europäische Fragen; diese Veranstaltung diskutiert die Armutsbekämpfung und die Entwicklung europäischer, nationaler und regionaler Möglichkeiten zur Eindämmung von Armut und Ausgrenzung. Der Schwerpunkt der Vorträge und der anschließenden Podiumsdiskussion liegt auf den Armutsrisiken von Frauen, insbesondere der Alleinerziehenden, der Migrantinnen und der Seniorinnen.
Ablaufplan
17.00 Uhr Ankommen (evtl. mit Führung über den Universitätsplatz)
17.30 Uhr Impulsreferat von Jutta Schmitz (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie, Universität Duisburg/Essen)
Altersarmut von Frauen in Deutschland und im europäischen Vergleich
18.00 Uhr Impulsreferat von N.N.
Altersarmut von Frauen in den neuen Bundesländern
18.30 Uhr Impulsreferat von Staatssekretärin Anja Naumann (Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt)
Mitteilungen und Positionierung zum Sozialbericht Sachsen-Anhalt 2014
19.00 Uhr Podiumsdiskussion mit VertreterInnen der Stadtrats- und Landtagsfraktionen
20.00 Uhr Austausch und Gespräche bei kleinem Imbiss
Ort: Halle, MLU, Uniplatz 8/9, Melanchthonianum, Hörsaal XX
Zeit: 17:00 Uhr

06.05.2015 Diskussion: Ein Paritégesetz für Sachsen-Anhalt – die nächsten Schritte
In Fortfolge einer ersten Veranstaltung im Frühjahr 2014 gehen der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt und der Deutsche Juristinnenbund Sachsen-Anhalt in die Fortsetzung der Debatte, ob und wie ein Paritégesetz nach französischem Vorbild in Sachsen-Anhalt umzusetzen wäre.
In den verschiedenen Bundesländern gehen Frauenverbände und Parteien unterschiedliche Wege, um eine geschlechtergerechte Verteilung von Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern auf allen Ebenen voran zu treiben. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantiert Frauen die Gleichberechtigung. Und trotzdem: Der Anteil von Frauen in den Kommunalparlamenten Sachsen-Anhalts liegt bei nur knapp 20 Prozent. Keiner der Landkreise und keine der kreisfreien Städte im Land wird von einer Frau regiert.
Den Einstieg in eine spannende Diskussion über „Paritè“ in den Parlamenten gestaltet Frau Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski von der Universität Kassel. Sie setzt sich bundesweit für eine Reformierung der deutschen Wahlgesetze ein, da sie die bestehenden Geschlechterverhältnisse für verfassungswidrig hält.
Gemeinsam mit dem Landesfrauenrat wollen der Deutsche Juristeninnenbund das französische Parité-Modell diskutieren, Hindernisse und Möglichkeiten einer gesetzlichen Regelung und aber auch andere Formen und Modelle zu einer hälftigen Beteiligung von Frauen an politischen Mandaten beleuchten.
Programm:
17:00 Uhr: Empfang
17:30 Uhr: Begrüßung : Sarah Schulze, Vorstand des Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt
17:35 Uhr: Grußwort Prof. Angela Kolb, Ministerium für Justiz und Gleichstellung
17:45 Uhr: Gastvortrag „Pro Parité – ohne gleichberechtigte Parlamente keine gleichberechtigten Gesetze und keine gleichberechtigte Gesellschaft“ von Prof. Dr. Laskowski
18:30 Uhr: Diskussion: “ Ein Paritégesetz für Sachsen-Anhalt – eine Möglichkeit für mehr Frauen in der Politik”: Cornelia Lüddemann, Landesfrauenrat, im Gespräch mit Prof. Dr. Laskowski, Universität Kassel und Ministerialrätin Christa Dieckmann, Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt
Moderation: Afra Waterkamp, djb
19:30 Uhr: Schlusswort (LFR und djb) und anschließender gemeinsamer Ausklang
Anmeldung:
Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 30. April 2015 bei Daniela Suchantke, erreichbar unter daniela.suchantke@landesfrauenrat.de oder telefonisch unter 0391 – 60772665.
Ort: Volksbad Buckau c/o Frauenzentrum Courage, Karl-Schmidt-Straße 56, Magdeburg
Zeit: ab 17.00 Uhr

Land Sachsen-Anhalt

Landtag von Sachsen-Anhalt: Stand der Realisierung der Erhöhung des Frauenanteils in gehobenen Funktionen
Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung zum Stand der Realisierung der Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und SPD in Sachsen-Anhalt bezüglich der Erhöhung des Frauenanteils in gehobenen Funktionen. zur schriftlichen Beantwortung

Ausschreibung Ideenwettbewerb “AGG Unterstützungsangebote und -maßnahmen”
Im Rahmen des Operationellen Programms der EU-Förderperiode 2014-2020 gewährt das Land Sachsen-Anhalt innerhalb der Aktion “Sensibilisierung und Kompetenzstärkung der Akteurinnen und Akteure zu Geschlechtergleichstellung und Nichtdiskriminierung von Frauen” Zuwendungen für AGG Unterstützungsangebote und -maßnahmen. Der Ideenwettbewerb wird durch das Ministerium und Justiz und Gleichstellung bearbeitet. zur Ausschreibung

Deutschland

Betreuungsgeld in Karlsruhe: Juristinnenbund bezweifelt Verfassungsmäßigkeit
Der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) nahm Mitte April an der mündlichen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts zum Betreuungsgeld teil. Die inhaltliche Ausgestaltung des Betreuungsgeldes, das Eltern eine Entscheidung zwischen dieser Geldleistung und der Inanspruchnahme öffentlich finanzierter Betreuungsangebote aufzwingt, lehnt der djb ab: “Hier wird ein Gegensatz konstruiert – 'selbst' betreuen oder öffentliche Betreuungsinfrastruktur nutzen – den es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Der Tag hat 24 Stunden. Auch Eltern, die eine Kita nutzen, betreuen ihr Kind selbst”, kritisiert Ramona Pisal, Präsidentin des djb. zur Pressemiteilung

dji: Der Einfluss des Betreuungsgeldes auf die Betreuungsentscheidung von Eltern
Nach Untersuchungen des Forschungsverbundes des Deutschen Jugendinstituts und der Technischen Universität Dortmund lässt sich das Betreuungsgeld als besonderer Anreiz für sozial eher benachteiligte Familien identifizieren, kein Angebot frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung zu nutzen. Das Betreuungsgeld erweist sich für Familien besonders attraktiv, die eine geringe Erwerbsbeteiligung aufweisen, eher als bildungsfern beschrieben werden können und einen Migrationshintergrund haben. Bezogen auf Fragen der Chancengerechtigkeit gilt es hier zu prüfen, inwiefern das Betreuungsgeld – wenn auch vermutlich für einen kleinen Teil derer, die es in Anspruch nehmen – eher zu einer Verfestigung von Prozessen und Mechanismen der Bildungsungleichheit beiträgt. zur Veröffentlichung

DESTATIS: Statistik zum Betreuungsgeld
Die vorliegende Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes enthält Angaben über Personen, die Betreuungsgeld für ihr Kind erhalten, sowie über deren Leistungsbezüge. Die Statistik wird zur Beurteilung der Auswirkungen des Betreuungsgeldes sowie zu seiner Fortentwicklung benötigt. Die Erhebung über das Betreuungsgeld wird vierteljährlich zum jeweils letzten Tag des aktuellen und der vorangegangenen zwei Kalendermonate durchgeführt. zur Veröffentlichung

BMFSFJ: Zwei Jahre Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
“Jede Gewalt gegen Frauen ist ein Verbrechen”, erklärte Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig bei der Bilanz des Hilfetelefons. “Jeden Tag erleben Millionen Frauen Gewalt: Körperlich und psychisch. Häusliche Gewalt, Gewalt im “Namen der Ehre” oder Gewalt auch außerhalb der Partnerschaft. Umso wichtiger sind Angebote wie das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen”, so die Ministerin weiter. zur Pressemitteilung

Dienstliche Beurteilungen benachteiligen häufig Frauen
Der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) fordert die Personalverantwortlichen im Öffentlichen Dienst auf, endlich für faire Beurteilungen von Frauen zu sorgen und insbesondere die in Forschung und Praxis dafür entwickelten Instrumente anzuwenden. Frauen kommen bei der Beförderung in Führungspositionen des Öffentlichen Dienstes in Verwaltung und Justiz nach wie vor deutlich weniger zum Zuge, als es ihrem Anteil an den Beschäftigten entspricht. zur Pressemitteilung

Aufruf: 1. Mai – Tag der unsichtbaren Arbeit!
Am 1. Mai feiern Gewerkschaften und politische Parteien den Tag der Arbeit. Gemeint ist damit die formell regulierte und bezahlte Arbeit. Einen großen Teil der gesellschaftlich notwendigen Arbeit aber verrichten Frauen im Schatten formeller Beschäftigung. Um diese „unsichtbare“ Arbeit sichtbar zu machen, ruft eine Care.Macht.Mehr-Initiative dazu auf, am 1. Mai Putz zu machen. zum Aufruf

IAQ Report: Arbeitszeiten von Männern und Frauen – alles wie gehabt?
In beiden Teilen Deutschlands ist die Erwerbsquote von Frauen in den letzten Jahren deutlich gestiegen, wobei der Anstieg in Westdeutschland stärker war als in Ostdeutschland. Allerdings hat die Kluft zwischen den Geschlechtern (gemessen in Vollzeitäquivalenten) – trotz der zunehmenden Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt – nicht abgenommen. mehr…

Frauen fallen bei der Arbeitszeit zurück
Laut der Hans-Böckler-Stiftung hat seit der Wiedervereinigung die durchschnittliche Arbeitszeit erwerbstätiger Frauen um rund vier Stunden abgenommen. 48 Prozent der abhängig beschäftigten Frauen verbringen unter 32 Stunden in der Woche am Arbeitsplatz. Nach den neuesten Zahlen aus dem WSI GenderDatenPortal arbeiten Frauen im Schnitt pro Woche neun Stunden oder 23 Prozent weniger als Männer. Nur jeder zehnte Mann hat so geringe Arbeitszeiten. In jüngeren Jahren arbeitet der überwiegende Teil der Frauen noch Vollzeit, doch in der Altersgruppe von 27 bis 37 Jahren schnellt die Teilzeitquote nach oben. Offenbar, so die Expertinnen, fallen viele in ein traditionelles Rollenmuster zurück, sobald Kinder da sind. Als wesentliche Gründe werden zu wenig Betreuungsplätze und mangelnde Flexibilität der Arbeitgeber bei der Arbeitszeitgestaltung genannt. mehr auf den Seiten der Hans-Böckler-Stiftung

djb begrüßt weitergehende Selbstverpflichtung: fifty-fifty bei Karriere und Familie
Wie am 1. April 2015 bekannt wurde, haben die Bundesregierung und die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft eine neue Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft abgeschlossen: die DAX-Unternehmen haben sich verpflichtet, ab dem 1. April 2016 die Aufsichtsräte und die Vorstände zu je 50 Prozent mit Frauen zu besetzen. zur Pressemitteilung

Termine

28.04.2015 Workshop: Rechne mit uns! Beiträge zu einem gendergerechten Haushalt
VeranstalterInnen: Dornrosa e.V., kommunalpolitisches Forum
Halle e.V., Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt e.V.
Ort: Halle
Zeit: ab 18.00 Uhr
Einladung und Programm

08.05.2015 Fachtag: Das Übersehen hat Geschichte Lesben in der DDR und in der friedlichen Revolution
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, Frauenzentrum Courage, Gunda-Werner-Institut
Ort: Halle
Veranstaltungshomepage

Der Newsletter des Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt e.V. wird gefördert durch das Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt. Verantwortlich im Sinne des Medien- und Presserechts ist Manuela Knabe-Ostheeren, Geschäftsführerin des Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt e.V. Sollten Sie Fragen, Hinweise oder Fehlermeldungen zum Newsletter haben, teilen Sie uns diese bitte per Mail mit. Sie können sich, wenn Sie kein Interesse an unserem Newsletter mehr haben, von unserem Newsletter auf unserer Internetseite abmelden.

Kontakt:
Halberstädter Str. 45, 39112 Magdeburg

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